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| Eine kurze Geschichte der Bergwerke von Sainte-Marie-aux-Mines |
von Pierre FLUCK
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Die Abbildungen sind dem Buch MINERAUX ET MINES DU MASSIF VOSGIEN von Jean-Luc HOHL entnommen und werden hier mit Genehmigung des Autors reproduziert.
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Zu einem Wiederaufleben des Bergbaus kommt es in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts, nachdem im Rauental Erze entdeckt wurden, die man für die Herstellung von Kobaltblau verwenden konnte. Ein Blaufarbenwerk wird in der Nähe der Grube Christian errichtet. Man nimmt auch nach und nach die wichtigsten Silberbergwerke wieder in Betrieb. Und so setzt eine neue Ära ein, die bis ins zweite Jahrhundertviertel mit einem gewissen Erfolg andauert.
Die Pfalzgrafen von Zweibrücken übernehmen als Erben der Herren von Rappoltstein die schon in ihren letzten Zügen liegenden Gruben und führen die Aktivitäten bis zur Französischen Revolution weiter. Dieser Abbau prosperiert keinesfalls mehr so wie zwei Jahrhunderte zuvor; die Zahl der Bergleute ist Schwankungen unterworfen (manchmal sind es mehrere Hunderte). Dennoch sind diese Gruben der Schauplatz aufsehenerregender Entdeckungen, von denen uns der berühmte Mineraloge A. G. Monnet berichtet. Und der damalige Gießereidirektor Christian Friedrich Schreiber zählt zu den markantesten Persönlichkeiten in der Geschichte der Metallurgie.
Während man sich am Altenberg im Grunde mit den "Krumen" begnügt, die die vorigen Generationen übriggelassen hatten, treibt die Grube Sankt Johann am Neuenberg ihre Schachtsysteme weit in die Tiefe. Gegen Ende des Jahrhunderts entdeckt man in der Grube Nothilf eine mächtige Ader silberhaltigen Bleis, welche fast ganz allein die Wiederaufnahme der Arbeiten zu Beginn des 19. Jahrhunderts veranlassen soll. Während der Französischen Revolution standen die Silbergruben nicht mehr hoch im Kurs, und man interessierte sich weitaus mehr für den Steinkohlenabbau in Hury, in der Umgebung von Sainte-Marie-aux-Mines.
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Erythrin (Kobaltblüte) - 12 mm Sainte-Marie-Aux-Mines (La treille) |
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Die Geschichte der Gruben von Sainte-Marie im 19. Jahrhundert ist wie die aller Bergwerke in den Vogesen, die Nichteisenmetalle förderten, durch uneffiziente Verwaltung, Vergeudung von Kapital und einen schnellen "Reigen" wechselnder Konzessionen geprägt.
Der renommierte Ingenieur Combes versucht die Erzgewinnung in den Mines de Plomb (der ehemaligen Grube Nothilf) in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts über die Zeit zu retten, aber das Unternehmen ist in zu viele finanzielle Schwierigkeiten verstrickt.
Im Jahre 1897 konstituiert sich der "Markircher Berg- und Hüttenverein". Er investiert eine Menge Material und Personal, zieht aber nicht die Archivdokumente zu Rate und unterschätzt deshalb das Ausmaß der bisherigen Erzgewinnung. Die früheren Generationen hatten nämlich bis in mehrere hundert Meter Tiefe alles leergeräumt. Dieser Mangel an Informationen ist der Ausgangspunkt für den Konkurs des Unternehmens im Jahre 1905.
Man war zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Handbreit von einem Durchstich in die alten Grubensysteme der Erzadern vom Musloch entfernt.
Im Jahre 1932 schließlich wird die Grube "Gabe Gottes" und ihr Erbstollen, der Tiefstollen, unter einer neuen Bergwerksgesellschaft wiedereröffnet. Diese Grube wird zur weltweit einzigen, in der man gediegenes Arsen fördert (das man für die Herstellung von Chemieprodukten benötigt), und sie liefert noch eine gewisse Menge von Mineralien für Sammler. Das Unternehmen ist aber nicht rentabel, und im Mai 1940 werden die Arbeiten eingestellt. |
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| Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.06.2007 |
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